Mo, 05.12.2022 , 12:39 Uhr

Etwa 1.000 archäologische Funde

Mittelalterliches Dorf in Dresden gefunden

Dresden - In der Dresdner Friedrichstadt sind Relikte aus einer vergangenen Zeit aufgetaucht. Dort, wo Anfang Oktober eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden ist, sind nun Steinmauern, alte Holzplatten und Stücke von alten Gefäßen gefunden worden.

Symbolfotos vom Bombenfund in Dresden Friedrichstadt im Oktober 2022

Wie Archäologen mitteilten, soll es sich um Zeugnisse früherer Besiedlung seit der Bronzezeit handeln. Dazu gehören Gruben und Fragmente von Keramik, insgesamt gibt es rund 1000 Funde, wie ein Sprecher des Landesamtes für Archäologie (LfA) am Freitag berichtete. Neben bronzezeitlichen Zeugnissen wurden auch Reste eines slawischen Dorfes, Gruben, Steinkeller und Hausfundamente aus dem Mittelalter sowie Spuren von Bebauung und Gärten des ehemaligen Ostravorwerks freigelegt. Die frühesten Befunde stammen den Angaben nach aus der Zeit um 1000 v.Chr..

Auch die Reste späterer Gruben mit Dächern aus Holz, einfacher Grubenhäuser, von Holz- oder Steinhäusern bleiben im Boden, wie der LfA-Sprecher sagte. Von dem im 16. Jahrhundert zur Versorgung des kurfürstlichen Hofes auch unter Nutzung historischer Strukturen auf dem Areal geschaffenen Vorwerk stehen noch zwei große Gebäude aus dem 18. Jahrhundert: ein Stall und ein Kornlager. Betonfundamente zeugten indes von späterer Bebauung im 19. und 20. Jahrhundert.

Die rund 33 000 Quadratmeter große Fläche westlich des Stadtzentrums wurde mit Unterstützung der Eigentümer seit Anfang April erforscht. Dort soll nun ein Quartier für Wohnen und Gewerbe entstehen. (mit dpa)

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