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      Die Teilnehmer waren nicht nur bunt gemischt, sondern auch so zahlreich, dass die Show kurzerhand aufgestockt wurde

      Chormusical Martin Luther King - 1500 Stimmen für Chemnitz

      Chemnitz- Chemnitz ist Kulturhauptstadt 2025 – ein Titel, der nicht nur gefeiert, sondern auch kritisch hinterfragt wird. Besonders die Frage, wie Kultur gesellschaftliche Spaltung überwinden kann, steht im Raum. Am Wochenende zeigte ein besonderes Projekt, wie das gelingen könnte: 1500 Freiwillige kamen in der Messehalle zusammen, um im Rahmen eines Musicals gemeinsam zu musizieren.

      Nicht gemeckert ist auch gelobt. Dieser Spruch passt – um bei Kalauern zu bleiben – für den gemeinen Chemnitzer wie Arsch auf Eimer. In diesem Zusammenhang dürfte die Eröffnungsfeier zur Kulturhauptstadt 2025 bei Gästen und vor allem bei den Einheimischen ganz gut angekommen sein. Für den Veranstaltungskalender mit seinen über 1000 Programmpunkten gilt das allerdings nur bedingt.

      Immer wieder wird der Vorwurf laut, dass der Großteil der offiziellen Veranstaltungen unpolitisch sei. Die Diskussion ist nicht ganz unberechtigt. Denn das „Roadbook“ – die Eintrittskarte zur Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz – greift schon auf der ersten Seite die Ausschreitungen vom Spätsommer 2018 auf. Doch wie kann man die Gesellschaft wieder zusammenführen? Was kann man gegen Spaltung und antidemokratische Tendenzen tun?

      Wie das gelingen kann, zeigte am Wochenende ein Chor aus Freiwilligen, der Schwung in die Messehalle Chemnitz brachte. Die Aufführung des Musicals Ein Traum verändert die Welt wurde nicht nur durch die Darsteller auf der Bühne, sondern auch durch rund 1500 freiwillige Sänger musikalisch begleitet. Für Sachsens Landesbischof Tobias Bilz ein starkes Zeichen – genau das brauche die Gesellschaft und damit auch Chemnitz.

      Thematisiert wurde auf der Bühne und den Rängen die Geschichte von Martin Luther King. Die Geschichte des schwarzen Bürgerrechtlers passe, so Landesbischof Bilz, thematisch hervorragend, denn auch King hatte das Ziel, die Gesellschaft zusammenzuführen.

      Auch Chemnitz’ Oberbürgermeister Sven Schulze nahm an den Proben teil und zeigte sich im Interview begeistert von den vielen Freiwilligen, die sich für die Aufführung engagiert hatten. Zudem sei das Projekt durch seine Teilnehmer in der Region verankert und entspreche damit ganz dem Motto der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025. Dabei spiele es keine Rolle, ob man singen könne oder nicht – dabei sein ist alles!

      Die Teilnehmer waren nicht nur bunt gemischt, sondern auch so zahlreich, dass die Show kurzerhand aufgestockt wurde. Aufgrund der großen Besetzung kamen zwei Dirigenten zum Einsatz, um die Freiwilligen zu koordinieren. Probleme habe es laut Chorleiter Koschwitz jedoch keine gegeben. Die Arbeit mit Amateursängern sei er aus den Gottesdiensten gewohnt. Auch thematisch passe das Musical hervorragend in die heutige Zeit.

      Ob diese Veranstaltung ausreicht, um Kritiker des Kulturhauptstadt-Programms zu besänftigen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch es gibt sie – die Projekte, die zumindest theoretisch das Potenzial haben, die Gesellschaft wieder näher zusammenzubringen. Man muss – um bei der Veranstaltung zu bleiben – nur mitsingen.

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