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Über 150.000 Menschen in Sachsen weiterhin ohne Arbeit – kaum Frühjahreseffekt

Sachsens Frühjahrsjobmarkt bleibt angespannt

Sachsens Arbeitsmarkt im März: Frühling ohne Belebung

Chemnitz - Auch im März 2025 bleibt die erhoffte Frühjahrsbelebung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Arbeitslosen liegt weiterhin bei über 150.000 – konkret waren es 150.104 arbeitslose Frauen und Männer. Damit stagniert die Arbeitslosenquote zum dritten Mal in Folge bei 7,0 Prozent.

Im Vergleich zum Februar ist die Zahl der Arbeitslosen minimal um 148 Personen gesunken. Im Vergleich zum März des Vorjahres zeigt sich jedoch ein deutlicher Anstieg um 9.339 Personen – ein Plus von 6,6 Prozent.

Regional große Unterschiede

Besonders deutlich fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den sächsischen Großstädten aus: In Leipzig stieg die Zahl im Monatsvergleich um 392 Personen (+1,4 %), in Dresden um 1,1 % und auch in Chemnitz wurde ein Anstieg verzeichnet. Den stärksten Rückgang gab es im Landkreis Görlitz mit 204 weniger Arbeitslosen (-1,8 %), gefolgt von Bautzen und Meißen.

Auch die Arbeitslosenquote spiegelt diese Unterschiede wider: Während sie im Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bei nur 5,7 Prozent liegt, erreicht sie in Chemnitz 9,4 Prozent – landesweit der höchste Wert.

Wer betreut die Arbeitslosen?

Von den über 150.000 Arbeitslosen wurden 95.419 Menschen (63,6 %) von den Jobcentern betreut. 54.685 Personen (36,4 %) wurden durch die Arbeitsagenturen unterstützt. Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern stieg im März leicht um 273 Personen (+0,3 %), während sie in den Arbeitsagenturen um 421 Personen (-0,8 %) sank.

Beschäftigungslage zeigt Rückgang

Auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigen sich Rückgänge: Im Januar 2025 waren in Sachsen rund 1,63 Millionen Menschen beschäftigt – das sind 13.000 weniger als im Dezember 2024 und 7.400 weniger als im Vorjahresmonat. Rückgänge gab es besonders im verarbeitenden Gewerbe, in der Zeitarbeit und im Baugewerbe. Positive Entwicklungen wurden vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei technischen Dienstleistungen verzeichnet.

Kaum neue Stellenmeldungen

Im März meldeten die Betriebe in Sachsen lediglich 6.100 neue Stellen – so wenige wie in keinem März seit 2005. Insgesamt sind aktuell 31.911 offene Stellen bei den Agenturen und Jobcentern registriert. Das sind rund 4.700 weniger als im Vorjahr.

Dynamik bleibt bestehen

Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin von Bewegung geprägt. Im März meldeten sich 27.187 Personen neu arbeitslos, während 27.360 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendeten – teils durch neue Beschäftigung, teils durch andere Gründe wie Weiterbildung oder Krankheit.

Unterbeschäftigung und Kurzarbeit

Zur Unterbeschäftigung zählen auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen, mit Krankheit oder 1-Euro-Jobs. Im März 2025 waren das 33.010 Menschen zusätzlich zu den offiziell Arbeitslosen. Die gesamte Unterbeschäftigung belief sich damit auf 183.114 Personen, was einer Quote von 8,4 Prozent entspricht.

Auch die Kurzarbeit bleibt Thema: Im Dezember 2024 erhielten 10.000 Beschäftigte in 412 Betrieben Kurzarbeitergeld. Für die Monate Januar bis März 2025 haben rund 650 Unternehmen Kurzarbeit für 9.500 Beschäftigte angezeigt – auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahreszeitraum.

Fazit

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt – insbesondere durch konjunkturelle Unsicherheiten. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt daher, frühzeitig Beratung und Qualifizierungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Ein saisonaler Aufschwung könnte frühestens nach Ostern spürbar werden.

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